6 blinde Analytiker – und was du von ihnen über dein Projekt lernen kannst

20.05.2015 / Führung, Probleme, ZieleHinterlasse einen Kommentar

Heute will ich dir von 6 blinden Analytikern erzählen und darüber, was du von ihnen für dein Projekt lernen kannst. Die Parabel ist wohl in Südasien entstanden, obwohl die genaue Herkunft nicht geklärt ist. Die Geschichte wurde in den verschiedensten Glaubensrichtungen der Region, sowie selbst von Buddha verwendet und geht in etwa wie folgt:

 

Die 6 blinden Analytiker

Es waren einmal 6 blinde weise Männer, die ein ihnen unbekanntes Objekt erforschen wollten. Da sie das Objekt aufgrund ihrer Blindheit nicht sehen konnten, untersuchten sie es, indem sie es berührten. Nach einiger Zeit versammelten sie sich wieder, um über das Ergebnis zu beraten:

Unser Objekt ist wie eine große Säule.“ sagte der Erste.

Nein, es ist eher wie ein Seil.“ antwortete der zweite Mann.

„Es ist vielmehr wie eine Schlange.“ meinte der Dritte.

Woraufhin der vierte blinde Mann sagte: „Ihr liegt falsch meine Freunde, unser Objekt ist wie ein Fächer.

Doch der fünfte Weise bestand darauf: „Nein, es ist eher wie eine Mauer.“

Als nun der sechste Blinde seine Antwort gab, war die Verwirrung perfekt, denn er sagte: „Das Objekt ist wie ein Speer.“

Die 6 blinden Männer diskutierten über ihr Ergebnis und jeder von ihnen beharrte darauf, dass er Recht habe, denn er wisse ja ganz genau, was er gefühlt hatte! Nach einiger Zeit kam der Besitzer des unbekannten Objektes hinzu und fragte, wo denn ihr Problem läge. Die weisen Männer antworteten: „Wir können uns nicht einigen, was dein unbekanntes Objekt ist.“ und jeder erzählte ihm, was er gefühlt hatte.

Daraufhin antwortete der Besitzer des Objektes: „Ihr habt alle recht! Der Grund aber, warum ihr es unterschiedlich beschreibt ist, dass ihr meinen Elefanten an verschiedenen Stellen berührt habt. Aber der Elefant besteht aus all diesen Teilen:

  • die Beine, die wie Säulen sind,
  • der Schwanz, der sich wie ein Seil anfühlt,
  • der Rüssel, der Ähnlichkeiten mit einer Schlange aufweist,
  • die Ohren, die der Elefant ja sogar selbst wie Fächer benutzt,
  • der Bauch, der wie eine große Wand wirkt, und schließlich
  • die Stoßzähne, die wie Speere sind.

Diese Antwort machte die blinden weisen Männer glücklich und sie hörten auf zu streiten, denn jeder von ihnen hatte ja Recht!

 

Die Moral von der Geschicht:

Je nachdem, von welchem Blickwinkel wir etwas betrachten können wir zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen gelangen. Das bedeutet jedoch auch, dass in dem was uns andere berichten, ebenfalls ein Stück der „Wahrheit“ liegen kann, auch wenn wir das – aufgrund unserer anderen Perspektive – so zuerst gar nicht akzeptieren wollen/können.

In solchen Fällen sollten wir jedoch nicht – wie unsere 6 blinden weisen Männer – in Streit verfallen, sondern anerkennen, dass es für die andere Sichtweise auch gute Gründe geben kann.

 

Was bedeutet das für deine Projekte?

In Projekten sind die Teammitglieder unsere 6 blinden Analytiker. Wir begeben uns auf unbekannte Pfade und tappen häufig – gerade zu Beginn eines Projektes – auch noch ein wenig im Dunkeln.

Jedes Teammitglied hat zwar schon eine Idee davon, wie das Projekt aussieht (oder aussehen soll). Doch häufig berühren wir das Projekt ja an völlig unterschiedlichen Stellen und haben so auch unterschiedliche Blickwinkel auf die „Wirklichkeit“.

 

Wenn du nun beispielsweise versuchst deinen Teammitgliedern eine Projektidee zu erklären, dann musst du davon ausgehen, dass dein Bild immer nur ein einseitiger Teil des Ganzen sein kann. Sicherlich kannst du verschiedene Blickwinkel einnehmen und unterschiedliche Teile (d)eines Projektes beschreiben, es wird dir aber nie gelingen das ganze Projekt in allen Details zu erklären.

Je nachdem, von welcher Seite deine Teammitglieder auf das Projekt schauen, werden sie nämlich ein gänzlich anderes Bild davon haben.

Es ist also wichtig:
  • sich – und auch den anderen – klar zu machen, dass (d)eine Realität auch wirklich nur das ist: nämlich eine von vielen „gleichberechtigten“ Realitäten.
  • über persönliche und offene Kommunikation und regelmäßige Feedback-Schleifen zu versuchen, die verschiedenen Blickwinkel und die damit einhergehenden Bilder gegenseitig zu verstehen und zu kombinieren.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir nun viel Spaß beim „Ertasten“ deines Projektes!


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