7 Wege zur Effektivität

07.01.2015 / Buchtipp, FührungHinterlasse einen Kommentar

7 Wege zur Effektivität

Neues Jahr, neue Vorsätze! Ob im Persönlichen, oder im Beruflichen, zu Beginn eines neuen Jahres nehmen sich viele von uns vor, endlich “alles” besser (oder zumindest anders) zu machen.

Ein Problem an diesen guten Vorsätzen ist jedoch – neben ihrer meist sehr kurzen “Lebenserwartung” -, dass sie oft nur auf Teile unseres Lebens zielen und sonst recht isoliert nebeneinander stehen.

Wie wäre es jedoch, wenn man diese Vorsätze in ein System für persönliche Weiterentwicklung einbetten könnte? Bestsellerautor Stephen R. Covey erklärt in seinem Buch 7 Wege zur Effektivität* ein solches System.

 

3 Stufen der persönlichen Entwicklung

Bevor ich auf die 7 Wege zur Effektivität* genauer eingehe, möchte ich auf die verschiedenen Stufen der persönlichen Entwicklung eingehen. Stephen Covey spricht in seinem Buch von drei solcher Stufen:

  • DEPENDENZ
    In dieses Stadium werden wir hineingeboren. Als Säugling sind wir von unserer Umwelt (Eltern) abhängig und könnten ohne deren Hilfe nicht überleben. In diesem Entwicklungsschritt sind wir vollständig abhängig und können keine eigenen Entscheidungen treffen bzw. durchsetzen.
  • INDEPENDENZ
    Wenn wir aufwachsen, werden wir mehr und mehr selbständig und die Abhängigkeit von unserer Umwelt nimmt ab. Irgendwann können wir dann selbst für unser Essen, Schutz und viele andere lebenswichtige Dinge sorgen. Wir können zunehmend eigene Entscheidungen treffen und auch durchsetzen. Von Person zu Person ist die Entwicklung der Independenz unterschiedlich stark ausgeprägt.
  • INTERDEPENDENZ
    Der dritte Schritt in der persönlichen Entwicklung ist der der Interdependenz. Auf dieser Ebene kooperieren wir, um zu erreichen, was alleine nicht oder nur sehr schwer zu schaffen wäre. Dieses Verhalten ermöglicht es den kooperierenden Personen ein Ergebnis zu erreichen, das mehr ist, als die Summe der beiden einzelnen Teilen.

 

Independenz ist heute noch immer das vorherrschende Paradigma

Viele Menschen sehen die Ebene der Independenz (2. Entwicklungsstufe) nun – leider immer noch – als das erstrebenswerte (und teilweise auch als das höchste) Entwicklungsstadium an, ohne jedoch zu erkennen, dass sie eigentlich in einer Welt der Interdependenz – also der gegenseitigen Abhängigkeit – leben.

Vieles in unserer Welt ist alleine – also ohne Kooperation – nicht oder nur mit deutlich größerem Aufwand zu erreichen. Zudem ermöglicht Kooperation ein Ergebnis, das mehr ist als die bloße Summe der einzelnen Teile.

Wenn Menschen ihr Verhalten nun aber an den Regeln der Independenz ausrichten, dann vergeben sie – in einer interdependenten Welt – ein enormes Effektivitätspotenzial! Denn wer ein “Spiel” mit den “falschen Regeln” spielt, der wird auf lange Sicht auch nicht wirklich das Maximum herausholen können!

 

Die 7 Wege zur Effektivität

Die 7 Wege zur Effektivität* orientieren sich nun genau an diesen Entwicklungsstufen. In den ersten drei Wegen geht es um die persönliche Weiterentwicklung, welche von der Dependenz zur Independenz führt. Die Wege vier bis sechs konzentrieren sich dann auf Interdependenz. Der letzte Weg soll Erneuerung und kontinuierliche Verbesserung ermöglichen.

Von der Dependenz zur Independenz (Wege 1–3)

Beginne die Veränderung bei dir! Wenn du wirklich effektiv sein willst, dann solltest du beginnen frühzeitig selbst Entscheidungen zu treffen und nicht zu lange zu warten.

Wer zu lange mit Entscheidungen wartet, der kann letztlich nur noch auf externe Einflüsse reagieren. Wer aber frühzeitig eigene Entscheidungen trifft, wird mehr und mehr Kontrolle über sein Umfeld bekommen und weniger durch sein Umfeld kontrolliert werden.

Zudem geht es hier auch um das Ablegen einer – meist unbewussten – “Opfer”-Mentalität, die uns dazu verleitet die “Schuld” weniger bei uns, sondern mehr in externen Faktoren oder Personen – die wir ja eh nicht beeinflussen können – zu suchen und so in eine “Passivitäts-Falle” zu geraten.

Proaktive Menschen hingegen verändern Situationen durch ihre Entscheidungen und erkennen an, dass es zudem nicht möglich ist “nicht zu entscheiden”. Denn auch eine Entscheidung nichts zu verändern ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung hin zur Beibehaltung des Status Quo!

Wer nun akzeptiert, dass er für die Konsequenzen seiner Entscheidungen (und auch Nicht-Entscheidungen) verantwortlich ist, der wird sich wahrscheinlich auch mehr Gedanken über die möglichen Konsequenzen machen… 

Im zweiten Weg empfiehlt Stephen R. Covey sich langfristige Ziele zu setzen, die auf deinen tief in dir verwurzelten Prinzipien basieren.

Hier geht es – laut Covey – um die “mentale Phase” des Schaffens. D.h.:

  • Weißt du genau, was du erreichen willst?
  • Was sind deine persönlichen Ziele?
  • Wie wird es sich anfühlen, wenn du diese Ziele erreicht hast?
  • Hast du ein wirklich klares Bild deiner Ziele vor Augen?
Der dritte Weg handelt nun von der “physischen Phase” des Schaffens. Es geht es also darum, auch konsequent diejenigen Aufgaben zu priorisieren, die dich in der Erreichung deiner Ziele (aus dem zweiten Weg) voranbringen. Wer den (für seine Ziele) “wichtigen Dingen” Priorität einräumt, der wird sich auch weniger von äußeren (angeblichen) Dringlichkeiten einnehmen lassen. 

Von der Independenz zur Interdependenz (Wege 4–6)

In diesem Weg geht es darum, sich in Beziehungen und Vereinbarungen auf die Suche nach Win-Win-Modellen zu begeben.

Meist sind solche Win-Win-Situationen anfangs oft schwer zu erreichen und teilweise scheint es sogar so, als ob es ganz und gar unmöglich sei, ein solches Ergebnis zu erreichen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Gegenüber in einem Win-Lose-Denken verhaftet ist.

Auf lange Sicht wird aber eine (Geschäfts-)Beziehung unter einer Win-Lose- bzw. Lose-Win-Situation leiden und es wird sich auch nicht ihre volle mögliche Effektivität entfalten können.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Stephen R. Covey – gerade zu Beginn einer (Geschäfts-) Beziehung – auf die Option “Win-Win-or-No-Deal” zu setzen und diese auch offen zu kommunizieren. D.h. also, wenn für diese neu entstehende Beziehung keine Win-Win-Situation zu erreichen ist, dann könnte es für beide Beteiligten langfristig besser sein gar keine Beziehung (“no deal”) einzugehen. 

Leider ist in vielen Gesprächen zu erkennen, dass beide Seiten mehr daran interessiert sind ihre Sicht der Dinge zu kommunizieren und weniger daran, die Aussage des Gegenübers zu verstehen.

In einem solchen Gespräch hast du dich sicherlich auch schon mal wiedergefunden; leider wohl auch auf der Seite derjenigen Person, die hauptsächlich auf “Sendung” ist. Mir geht es zumindest immer mal wieder so…

Wer jedoch wirklich versucht den Gegenüber zuerst zu verstehen und erst anschließend versucht verstanden zu werden, der eröffnet sich und seinem Gegenüber die Möglichkeit zum Aufbau einer wirklich guten Beziehung!

Meist öffnen sich Personen überraschend schnell, wenn sie das Gefühl haben, dass der Gesprächspartner wirklich zuhört und ehrlich versucht zu verstehen.

Wer jedoch zuhört, um direkt zu antworten, der wird wahrscheinlich einen eher verschlossenen Gesprächspartner vorfinden und die Möglichkeit einer guten Beziehung mit größter Wahrscheinlichkeit vergeben. 

Im sechsten Weg geht es um “1+1=3 oder 11 oder noch mehr”. Es geht darum die Unterschiede der verschiedenen Personen anzuerkennen und diese Unterschiede dann auch so zu nutzen, dass durch kreative Kooperation ein Ergebnis erreicht werden kann, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Hier liegt der Schlüssel zur Effektivität von Teams.

Dies umfasst auch die Suche nach einem “alternativen Weg”. Durch Vertrauen und Verständnis für den jeweiligen gegenüber kann in vielen Situationen auch ein dritter Weg gefunden werden, der besser ist als die beiden ursprünglichen Vorschläge. 

Persönliche Erneuerung und kontinuierliche Verbesserung (Weg 7)

Im siebten Weg geht es u.a. um die Balance zwischen Produktion und Produktionskapazität. Nur wer hier langfristig ein optimales Verhältnis erreicht, der wird auch wirklich das Maximum erreichen können.

Covey verdeutlicht dies anhand der Geschichte der Gans die goldenen Eier legt. In dieser Geschichte hat ein Bauer eine Gans, die ihm plötzlich jeden Tag ein goldenes Ei legt. Der Bauer wird dadurch sehr reich, aber auch gierig und will nun alle Eier auf einmal aus der Gans heraus holen. Nachdem er die Gans geschlachtet hat, merkt er jedoch, dass ihr Bauch nicht voll goldener Eier ist…

Die Lehre, die uns Stephen Covey mit dieser Geschichte mitgeben will ist, dass man die (übermäßige) Steigerung der Produktion mit Einbußen in der Produktionskapazität bezahlen muss.

Wer also Beispielsweise die Wartung einer Maschine verschiebt, um mehr produzieren zu können, der muss damit rechnen, dass die Maschine irgendwann großen Schaden nimmt und erhebliche “Ausfallzeiten” drohen.

Das gleiche Prinzip kann und sollte natürlich auch auf die “Maschine” Mensch angewendet werden. Wer zu sehr auf “Produktion” fixiert ist und nicht auf ausreichend Erneuerung und “Wartung” achtet, riskiert langfristig enorme Einbußen in seiner Produktionskapazität und könnte sogar einen “Teil- oder Totalschaden” erleiden (Stichwort: Burnout, etc.).

Aus diesem Grund fokussiert sich der siebte Weg auf die persönliche Erneuerung und die kontinuierliche Verbesserung! Laut Stephen R. Covey sind hier vier Dimensionen “Körper”, “Geist”, “Soziales/Emotionen” sowie “Spirituelles” zu beachten. 

 

Fazit zum Buch

Das Buch – bzw. das Hörbuch* (das ich gehört habe) – beschäftigt sich sehr ausführlich mit der Herleitung der Grundlagen und auch mit den einzelnen Wegen. Schön ist hierbei, dass Stephen R. Covey viele Beispiele aus seiner langjährigen Beratertätigkeit, aber auch aus seinem privaten Umfeld gibt. Manchmal wirkt das Buch jedoch sehr langatmig und teilweise musste ich mich ein wenig “durchbeißen”, um über weniger interessante Passagen zu kommen.

Diese Langatmigkeit ist aber wohl damit zu erklären, dass Covey sichergehen will, dass seine Leser den Inhalt nicht nur gelesen, sondern auch verstanden und verinnerlicht haben.

Abgesehen von dieser Langatmigkeit kann ich dir das Buch 7 Wege zur Effektivität* aber wirklich ans Herz legen. Wer die darin enthaltenen Einsichten wirklich umsetzen kann, der wird langfristig sicherlich eine ganz neue Ebene der persönlichen Effektivität erreichen!

Um uns hier aber ein wenig Druck zu nehmen, will ich noch kurz anmerken, dass selbst Covey diese Wege nicht immer 100-prozentig einhalten und umsetzen konnte. Für ihn waren es eher Regeln, an denen wir unser Handeln orientieren sollten… 🙂

Hast du Fragen, oder bereit eigene Erfahrungen mit Stephen R. Coveys “7 Wege zur Effektivität*”? Dann hinterlasse doch kurz einen Kommentar…


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