Die dunkle Seite der Macht

18.10.2017 / FührungHinterlasse einen Kommentar

Die dunkle Seite der Macht

Schmiergeldskandal bei Airbus – obwohl das ganze Ausmaß noch lange nicht bekannt ist, müssen wir davon ausgehen, dass es sich um einen wirklich großen Skandal handelt. Denn Airbuschef Tom Enders hat seine Mitarbeiter bereits über die „Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen, einschließlich erheblicher Strafen für das Unternehmen“ informiert.

Und ich denke mir: Ein weiteres großes Unternehmen, das sich einreiht in die Riege der „kriminellen Organisationen“, die sich über Recht und Gesetzt hinwegsetzen, um kurzfristige Vorteile zu erlangen. Und das, obwohl es nur eine Frage der Zeit ist, bis alles herauskommt und sich dadurch die kurzfristigen Vorteile ins Gegenteil verkehren.

Doch woran liegt es, dass sich scheinbar immer mehr Führungskräfte auf solche illegale Geschäfte einlassen? Liegt es daran, dass es sich hierbei einfach um gierige Menschen ohne moralischen Anstand handelt?

Obwohl ich meine Hand für diese sogenannten „Top-Manager“ nicht ins Feuer legen will, glaube ich, dass diese Erklärung zu kurz gegriffen ist. Denn normalerweise steigen ja nicht diejenigen die Erfolgsleiter nach oben, denen offensichtlich der rechtlich-moralische Kompass abhanden gekommen ist. Ist es also vielmehr der Zuwachs an Macht, der uns letztlich alle anfällig für unmoralisches Verhalten macht?

 

Die dunkle Seite der Macht

Untersuchungen ergeben ein beunruhigendes Muster beim Thema Macht: Zwar ist zu erkennen, dass diejenigen Personen, die ein moralisches und für eine Gemeinschaft förderliches Verhalten an den Tag legen, an Macht gewinnen. Und das unabhängig vom gesellschaftlichen Bereich – sei es Politik, Sport oder das „normale“ berufliche Umfeld. Sobald diese Personen aber eine gewisse Machtbasis erreicht haben, treten diese Verhaltensweisen mehr und mehr in den Hintergrund und es beginnt sich häufig ein unmoralisches und selbstsüchtiges Verhalten zu verstärken.

Es scheint also, dass einige Führungskräfte als eine Art „Jedi-Ritter“ starten, sich aber im Laufe ihrer Karriere immer mehr von der „dunklen Seite der Macht“ vereinnahmen lassen.

Und dieser Übergang zur „dunklen Seite der Macht“ kann überraschend schnell passieren. Das hat eine Gruppe amerikanischer Forscher im sogenannten Keks-Test eindrucksvoll gezeigt. In ihrem Experiment sollten Probanden in 3er-Gruppen für eine halbe Stunde kontroverse soziale Fragen diskutieren. Einer der Teilnehmer wurde – vor Beginn der Diskussion – per Losverfahren zur „Führungskraft“ bestimmt und sollte am Ende die Leistung der anderen beiden Personen bewerten. Nach einer halben Stunde bekamen die Gruppen dann je 5 Kekse gebracht. Wie zu erwarten, nahm sich in jeder Gruppe jedes Gruppenmitglied einen der Kekse, so dass zwei Kekse – sozusagen die Anstands-Kekse – übrig blieben.

Die Frage, die sich nun stellte war: Wer wird sich die überzähligen Kekse nehmen? Das überraschende Ergebnis war, dass sich fast immer die – vorher willkürlich – zur „Führungsperson“ bestimmten Personen diese Kekse sicherten und weniger Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen Gruppenmitgliedern nahmen. Zudem haben sie auch häufiger mit offenem Mund und auf ihre Kleidung bröselnd gegessen, als die anderen Gruppenmitglieder. Es zeigte sich also, dass sich die „Führungspersonen“ überdurchschnittlich häufig über soziale Normen hinwegsetzten und aus ihrer Machtposition bestimmte Ansprüche ableiteten.

Was sich hier aber zeigt ist ein Muster, das sich in vielen weiteren Studien bestätigen ließ. Wenn wir uns nämlich die verschiedensten anderen Studien zum Thema „Macht und Machtmissbrauch“ ansehen, dann sieht es so aus, als wären wirtschaftliche und politische Skandale nur die Spitze des Eisberges. Denn generell scheint man sagen zu können: Je höher die Machtposition, desto wahrscheinlicher wird diese auch missbraucht. Zudem zeigt sich, dass jeder von uns von der „dunklen Seite der Mach“ verführbar ist. Und das mehr als wir selbst glauben!

 

Wie kannst du der „dunklen Seite der Macht“ widerstehen?

Da die (langfristig) negativen Konsequenzen für die Führungskraft, die Firma und auch für die Gesellschaft als Ganzes enorm sind, stellt sich die Frage, wie eine aufsteigende Führungskraft sich diesem korrumpierenden Einfluss der Macht entziehen kann. Wie schaffst du es, dass dir – obwohl du die Karriereleiter nach oben steigst – deine moralischen Werte nicht verloren gehen?

Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung

Der wichtigste Schritt ist, dass du dir über die Gefahren der Macht bewusst bist und dich selbst überprüfst. Denn Studien zeigen, dass alleine das Sich-Bewusst-Werden über ein Gefühl der (Über-)Mächtigkeit dabei helfen kann, Regionen in unserem Gehirn zu aktivieren, die Impulse zu schlechten und unmoralischem Verhalten in Schach halten können.

Um deine Selbstwahrnehmung zu steigern reicht es laut Studienergebnissen aus, jeden Tag an einem ruhigen Ort für ein paar Minuten bewusst zu atmen. Das Ergebnis ist eine größere innere Ruhe, die uns letztlich umsichtiger handeln lässt.

Verstärke das Verhalten, das dich in die Machtposition gebracht hat

Als weitere Schritte auf dem Weg zu einer guten Führungskraft, die sich von den Versuchungen der “dunklen Seite der Macht” nicht verleiten lässt, solltest du dich üben in:

  • Empathie: Trainiere deine Fähigkeiten die Empfindungen, Gedanken, Emotionen und Motive anderer Person zu erkennen und zu verstehen. Denn einerseits werden empathische Führungskräfte als bessere Führungskräfte wahrgenommen und andererseits können empathische Teams Probleme deutlich besser bewältigen.
  • Dankbarkeit: In unserer hochvernetzten Welt kann niemand alleine langfristig erfolgreich sein. Wir alle sind die Hilfe anderer angewiesen. Und das Würdigen dieser Hilfe führt zu sehr positiven Effekten. So zeigen Studien, dass Teams deren Vorgesetzter sich die Zeit nimmt ihnen zu danken, deutlich motivierter und produktiver sind, als andere Teams.
  • Hilfsbereitschaft: Auch hier zeigen Studien, dass Menschen, die anderen Kollegen helfen – ohne dass sie selbst davon direkt profitieren – generell eine deutlich höhere Eignung zur Führungskraft zugesprochen bekommen.

Wir sehen also, dass es nicht nur möglich ist die “dunkle Seite der Macht” zu besiegen, sondern auch zu deutlich besseren Arbeitsergebnissen führt. Wer also in kleinen Schritten beginnt sich zu einer empathischen, dankbaren und hilfsbereiten Führungskraft zu entwickeln, der wird ein motiviertes, gemeinschaftsorientiertes und produktives Umfeld hervorbringen.

In diesem Sinne wünsche ich dir erfolgreiche Projekte und möge die Macht mit dir sein!


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