Welche Wirkung(en) hat dein Projekt? (Output, Outcome, Impact)

28.10.2015 / Change Management, Prioritäten, ZieleHinterlasse einen Kommentar

Gerade bei Projekten im sozialen Bereich – deren Ziel nicht „einfach“ die Einführung eines Produktes zur Steigerung des Unternehmensgewinns ist – kann eine Antwort auf die Frage „Welche Wirkung(en) hat mein Projekt“ nicht immer so leicht gefunden werden.

Deshalb wurden Systeme entwickelt, die die logischen Verbindungen zwischen den eingesetzten Ressourcen und den Ergebnissen des Projektes beschreiben sollen.

Die verschiedenen Ansätze – wie beispielsweise der LogFrame oder die Results Chain – haben zwar unterschiedliche Schwerpunkte und stellen den Sachverhalt auch teils sehr unterschiedlich dar, aber grundsätzlich versuchen sie alle die „wenn-dann“-Logik eines Projektes zu ergründen.

Um damit aber auch klare Antworten auf die Frage nach den Wirkungen geben zu können, müssen die verschiedenen Wirkungsebenen erst einmal klar voneinander getrennt werden. Nur wenn alle Beteiligten wissen, was auf welcher Ebene liegt, können uns diese logischen Modelle wirklichen Mehrwert bieten.

Die verschiedenen (Wirkungs-)Ebenen eines Projektes

Die verschiedenen Ebenen eines Projektes auf der „wenn-dann“-Kette, können wie folgt unterteilt werden:

Output - Outcome - Impact

  • INPUTS
    Diese erste Ebene eines Projektes umfasst alle Ressourcen, die einem Projekt zur Verfügung stehen. Das können u.a. Geld, Ausstattung, aber auch Mitarbeiter sein.
  • ACTIVITIES

    Wenn bestimmte Inputs vorhanden sind, dann können Aktivitäten durchgeführt werden. Beispiele für diese Ebene sind Workshops und Trainings. Es kann sich aber auch um das Bohren von Brunnen (oder ähnlichem) handeln. Es endet jedoch nicht bei diesen Aktivitäten, denn sie sind kein Selbstzweck. Sie sollen letzten Endes der Erreichung der Projektziele dienen.
  • OUTPUTS (oder Ergebnisse)
    Auf der Ebene der Outputs werden nun die direkten Ergebnisse der Aktivitäten beschrieben. Der „wenn-dann“-Logik folgend, heißt das also: Wenn eine Aktivität durchgeführt wird, dann werden bestimmte Ergebnisse erwartet. Beispiele für diese Ebene sind ausgebildete Teilnehmer (also Wissenszuwachs) oder das Vorhandensein von Brunnen.
  • OUTCOMES (oder Auswirkungen)
    Wenn die Ergebnisse erreicht wurden, dann können sich daraus bestimmte Auswirkungen bei der Zielgruppe ergeben. Der Wissenszuwachs kann beispielsweise zu einer Verhaltensänderung bei den Teilnehmern führen. Bei unserem Brunnen-Beispiel, könnte die Auswirkung etwa ein verbesserter Zugang der Zielgruppe zu sauberem Trinkwasser sein.
  • IMPACT (oder Einwirkungen)
    Auf der fünften und letzten Ebene werden die weiteren Aus- oder auch Einwirkungen betrachtet. Hier geht es dann um Auswirkungen, die aufgrund der oben angesprochenen Verhaltensänderungen erreicht werden. Oft gehen die Wirkungen dabei über die eigentliche Zielgruppe hinaus und wirken in das Umfeld der Zielgruppe – also in die weitere Gesellschaft – ein (deshalb auch Einwirkungen genannt).
    In unserem Beispiel der Workshopteilnehmer könnte deren Verhaltensänderung (z.B. das Anwenden einer effizienteren Anbaumethode) zu mehr Ertrag und damit zu mehr Einkommen (beim den Workshopteilnehmern – also der direkten Zielgeruppe) und zu einer verbesserten Nahrungsmittelsicherheit in der Region (also einer Einwirkung auf das Umfeld, über die Zielgruppe hinaus) beitragen.

 

Wie unterscheidest du zwischen Outcomes und Impact

Auch wenn die unteren Ebenen der „wenn-dann“-Logik eines Projektes meist sehr klar voneinander abgegrenzt werden können, haben viele Projektteams Schwierigkeiten, wenn es darum geht die Outcomes klar von den Impacts abzugrenzen.

Die folgenden Hinweise werden zwar nicht immer zutreffen (können), jedoch gilt meistens:

  • Bei OUTCOMES handelt es sich meist um Veränderungen, die innerhalb von 1-3 Jahren auftreten.
  • Bei IMPACTS hingegen handelt es sich um längerfristige Veränderungen, deren Auftreten meist erst nach mehr als 3 Jahren zu beobachten ist.
  • Zudem haben OUTCOMES direkte Auswirkungen auf die Zielgruppe, wohingegen IMPACTS (meist) über diese hinausgehen und auf eine weitere (gesellschaftlichen) Ebene einwirken.

 

Fazit

Um also klare Aussagen über die erzielten Wirkungen eines (sozialen oder Entwicklungs-) Projektes geben zu können, müssen die verschiedenen Arbeits- und Wirkebenen klar voneinander getrennt werden. Die verschiedenen Ebene sind:

  • INPUTS

    Welche Ressourcen stehen dem Projekt zur Verfügung?
    Beispiel: Mitarbeiter, Geld, etc.
  • ACTIVITIES

    Was „macht“ das Projekt?
    Beispiel: Trainings zu verbesserten Anbaumethoden
  • OUTPUTS

    Was sind die direkten Ergebnisse der Projektaktivitäten?
    Beispiel: Teilnehmer haben Wissen über bessere Anbaumethoden
  • OUTCOMES
    Welche (Verhaltens-)Änderungen sollen sich bei deiner Zielgruppe (aufgrund der Outputs) einstellen?
    Beispiel: Teilnehmer wenden bessere Anbaumethoden an.
  • IMPACTS
    Langfristige Veränderungen (meist über die Zielgruppe hinausgehend).
    
Beispiel: Höhere Ernteerträge führen zu mehr Einkommen (bei der Zielgruppe), sowie zur besseren Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln (ebenfalls bei der Zielgruppe, aber auch darüber hinaus).

 

Im nächsten Artikel geht es dann um die Frage, wie du eine solche „wenn-dann“-Logik entwickelst und wie du sicherstellst, dass sie den richtigen Fokus (nämlich den auf die Projektvision) bekommt.

Außerdem klären wir die Frage, wie weit das „Projektversprechen“ geht. Zu was „verpflichtet“ sich also dein Projekt gegenüber der Zielgruppe (und auch dem Geldgeber)?

Bis dahin wünsche ich dir erfolgreiche Projekte!

Bildquelle (Titelbild): Morguefile.com – ZapplePi (http://www.zapple.ca)


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