Teambuilding in weniger als 60 Minuten

25.03.2015 / Führung, Team(-building)2 Comments

Weit mehr als die Hälfte aller Projekte scheitern oder sind nur teilweise erfolgreich. Wer sich nun auf die Suche nach den Gründen für diese unglaubliche Zahl an Misserfolgen begibt, bekommt immer wieder folgendes zu hören. Es liegt immer wieder an:

  • fehlenden Informationen,
  • mangelnder Kommunikation sowie
  • fehlendem Vertrauen innerhalb des Projektteams.

Die Aussicht auf ein erfolgreiches Projekt hängt also direkt mit einem gut funktionierenden Team zusammen.

Teambuilding ist eine der zentralen Aufgaben auf dem Weg zum erfolgreichen Projektabschluss.
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Deshalb erfährst du hier, wie du Vertrauen innerhalb deines Teams sowie dessen Zusammenhalt in weniger als 60 Minuten deutlich steigern kannst!

 

Das Problem: Der Aufbau von Vertrauen braucht Zeit

Eine der großen Frage beim Teambuilding ist:

Wie kann man in kurzer Zeit eine Vertrauensbasis innerhalb eines Teams schaffen?
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Wie schafft man es also beispielsweise, dass die Mitarbeiter so viel über die Anderen erfahren, dass sie sie einschätzen können und auch in schwierigen Situationen die Reaktionen des Gegenübers verstehen?

Wie schafft man es, dass sie ihre Gemeinsamkeiten entdecken und erkennen, dass sie mehr Überschneidungen haben, als sie dachten?

 

Der Schlüssel: Die Fast Friends Procedure

Wissenschaftler um Dr. Arthur Aron haben an der Stony Brook Universität in New York eine Vorgehensweise entwickelt, mit der sich – in relativ kurzer Zeit – zwischen zwei Fremden eine persönliche Nähe entwickeln kann.

Was im “normalen Alltag” meist erst nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren entstehen würde, kann in einem systematischen Prozess beschleunigt und so meist schon nach weniger als 60 Minuten erreicht werden!

Diese Methode – die auch “Fast Friends Procedure” genannt wird – basiert auf einer Reihe von 36 Fragen, die im Laufe der Zeit immer persönlicher werden.

Bei diesen Fragen geht es jedoch nicht nur um klassischen “Small Talk” und Fragen wie “Wie war dein Wochenende?” oder “Woher kommst du?”. Nein! Es handelt sich um Fragen, die auf den Hintergrund einer Person, ihre Erlebnisse, Überzeugungen, Hoffnungen und Wünsche abzielen.

 

Wie vorgehen?

Die Teilnehmer der Fast Friends Procedure sind in 2er-Gruppen eingeteilt. Auf dem Tisch zwischen ihnen liegen 3 Karten-Stapel, auf denen insgesamt 36 Fragen stehen. Sie sind anhand ihrer “emotionalen Tiefe” gruppiert, wobei Ebene 3 die persönlichsten Fragen enthält.

Die Teilnehmer beginnen nun mit mit Ebene 1. Zuerst antwortet der erste Teilnehmer auf eine Frage, dann antwortet der andere Teilnehmer. Wichtig hierbei ist, dass es sich immer um einen gegenseitigen Austausch handelt. Zuerst gibt Person A etwas von sich preis, dann folgt Person B. Danach geht es mit der nächsten Frage weiter (und die Reihenfolge der Antwort kann gewechselt werden).

Nach einer gewissen Zeit gehen die Teilnehmer auf die zweite Fragen-Ebene über. Hierbei ist es wichtig nicht zu schnell auf die nächste Ebene zu wechseln. Die Teilnehmer sollten sich wohl fühlen und sich gerade am Anfang lieber etwas mehr Zeit lassen.

 

Beispiele für Fragen aus den verschiedenen Ebenen:

FRAGEN DER EBENE 1

  • Möchtest du berühmt sein? Und für was?
  • Wenn du morgen mit einer neuen Fähigkeit oder Qualität aufwachen könntest, welche wäre es?
  • Bevor du jemanden anrufst, probst du vorher, was und wie du etwas sagst? Warum?
  • Hast du eine geheime Ahnung, wie du sterben wirst?

FRAGEN DER EBENE 2

  • Wenn dir eine Kristall-Kugel die Wahrheit über dich, dein Leben, deine Zukunft oder irgendetwas anderes zeigen könnte, was würdest du gerne wissen?
  • Gibt es etwas von dem du schon lange träumst? Warum hast du es bisher nicht gemacht?
  • Was ist deine schönste Erinnerung?
  • Was ist deine schlimmste Erinnerung?

FRAGEN DER EBENE 3

  • Vervollständige diesen Satz: “Ich wünschte, ich hätte jemanden, mit dem ich … teilen könnte.”
  • Sage deinem Gegenüber, was du bereits jetzt an ihm magst.
  • Gibt es etwas, das zu ernst ist um darüber Witze zu machen?
  • Der Tod welcher Person aus deiner Familie würde dich am meisten aufwühlen? Warum?
Hier gehts zum Fragenkatalog:
Den gesamten Fragenkatalog zum Ausdrucken findest du hier!

Studien zeigen nun, dass die Teilnehmer eines solchen Experiments eine viel tiefere Verbindung zueinander aufbauen konnten, als die Teilnehmer einer Kontrollgruppe, die nur normalen Small Talk geführt hat. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass die Teilnehmer auch deutlich mehr Spaß an der “Übung” hatten, als die Small-Talk-Gruppe!

Weiter haben Studien auch gezeigt, dass viele Menschen fälschlicherweise annehmen, dass “die Anderen” sicher wenig an sozialer Interaktion interessiert wären. Hier liegt dann auch ein Grund, warum diese Menschen ungern Small-Talk betreiben und weniger auf andere zugehen. Wenn sie aber aufgefordert werden miteinander zu sprechen, dann empfinden es die meisten als sehr lohnenswert.

 

Wie kannst du die Fast Friends Procedure in deiner Arbeit und deinem Leben nutzen?

Je nachdem, in welcher Situation du dich gerade befindest, könntest du ein solches “Experiment” auch einmal mit deinem Team durchführen. Ob du mehrere Runden in wechselnden 2er-Besetzungen durchführst und wie lange du dich in welcher Frage-Ebene aufhälst, kannst du relativ frei entscheiden. Je nachdem, wie gut sich dein Team schon kennt, wird diese Entscheidung sicher unterschiedlich ausfallen.

Am Ende eines solchen Experiments kannst du auch noch einmal alle “Teilnehmer” zu einer Abschlussrunde zusammen bringen. Hier könntet ihr u.a. eure neuen Erfahrungen über (a) euch selbst und (b) über eure(n) Gegenüber austauschen.

Eine weitere Möglichkeit ist dieses “Experiment” dauerhaft in deinen Alltag einzubinden und so vom (lästigen) “Small Talk” zum (erfüllenden) “Big Talk” zu gelangen. Nutze doch einfach mal die eine oder andere dieser 36 Fragen auf einer Party, während einer Dienstreise oder bei sonstigen “sozialen Anlässen”.

Achtung:
Auch hier will ich nochmal darauf hinweisen, dass es wichtig ist seinem Gegenüber auch etwas von sich zu erzählen. Möglichst sollten sich die ausgetauschten Informationen die Waage halten. Sonst bringst du schnell einen “Verhörcharakter” in das Gespräch und dein Gesprächspartner wird sich eher von dir distanzieren!

TIPP:
Teste diese Methode doch auch mit einer Person, die du schon lange kennst. Aller Wahrscheinlichkeit nach werdet ihr viel Neues über euch erfahren und eure Beziehung wird vertieft und gestärkt.

 

Hier noch ein Video, wie die Fast Friends Procedure auch umgesetzt werden kann. Unbedingt anschauen! Es lohnt sich!

 

Hast du bereits Erfahrungen mit der Fast Friends Procedure? Oder kennst du andere tolle Teambuilding-Tipps? Dann lass uns doch – über einen kurzen Kommentar – von deinem Wissen profitieren!


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2 Comments on “Teambuilding in weniger als 60 Minuten”

  1. Hallo Fabian,

    vielen Dank für Deine interessanten Artikel.
    Ich würde mir gerne den Fragenkatalog als PDF runterladen, jedoch wir das Dokument nicht gefunden.
    Liegt es evtl. daran, dass dieser Artikel schon älter ist?

    1. Hallo Axel,

      vielen Dank für den Hinweis!
      Ja, es scheint so, als hätte sich der Link geändert. Jetzt müsste es aber wieder funktionieren…
      Viele Grüße, viel Spaß mit den Fragen und erfolgreiche Projekte!
      Fabian

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