The Leadership Challenge – Wie man Außergewöhnliches in Organisationen erreicht

12.07.2017 / Buchtipp, Führung, Team(-building)Hinterlasse einen Kommentar

The Leadership Challenge - Wie man Außergewöhnliches in Organisationen erreicht

Jeder von uns wird in seinem Leben irgendwann unter einem wirklich schlechten Vorgesetzten leiden müssen. Und für viele von uns kommt dieser Moment früher und wahrscheinlich auch öfter als uns lieb ist.

Aber an was liegt es, dass diese Menschen so schlechte Vorgesetzte sind? Sind es einfach “schlechte Menschen”? Nein – sagen die Autoren Kouzes und Posner – sie befolgen einfach nicht die Regeln für gutes Führungsverhalten. Und genau auf die Suche nach diesen Regeln begeben sie sich in ihrem Buch “The Leadership Challenge*”.

 

Ständig unter Beobachtung: Führungspersönlichkeiten sollten sich über ihren Einfluss auf andere bewusst sein

Wenn es um Führungsverhalten geht, denken wir schnell an den klassischen Vorgesetzten im Job, aber eigentlich kann jeder in seinem Alltag zum Führungsvorbild für andere werden. Sei es der Großvater für seine Enkel, der Lehrer oder auch der Kollege am Nachbartisch. Meist finden wir unsere Führungsvorbilder nicht nur in bekannten Persönlichkeiten, sondern auch in Menschen, mit denen wir direkten Kontakt haben.

Somit ist also die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch du ein Vorbild für jemanden in deinem Umfeld bist. Und allein deshalb sollten wir versuchen uns zu guten Führungspersönlichkeiten zu entwickeln. Untersuchungen haben gezeigt, dass Höchstleistungen nicht aufgrund außergewöhnlicher Intelligenz erreicht werden, sondern durch Übung und andauerndem Training.

 

Kenne deine Werte und bleibe ihnen treu

Jeder kennt sie, die Personen, die ihre Meinung ändern, je nachdem, wer sich im Raum befindet. Solche Personen werden in ihrem Umfeld sicher nicht als Vorbilder in Bezug auf Führungsverhalten angesehen.

Um ein Führungsvorbild zu werden, solltest du dir deshalb über deine Werte und Ansichten im Klaren sein und diese konsequent vertreten; auch, wenn es unangenehm wird und du Gegenwind spürst. Zudem solltest du den offenen Diskurs über die Werte deiner Teammitglieder fördern. Menschen, die sich besser kennen, vertrauen sich mehr und erreichen so bessere Leistungen.

 

Lebe deiner Umgebung das vor, was du auch von ihnen erwartest

Führungskräfte, die von ihren Mitarbeitern etwas anderes verlangen, als sie selbst bereit sind zu geben, wirken unglaubwürdig und vergrößern die Kluft zwischen Anführer und Gefolge.

Wenn aber die Führungskraft die von ihr gepredigten Werte selbst vorlebt, wirkt das meist ansteckend auf das Umfeld. Die Autoren des Buches “The Leadership Challenge*” geben hier u.a. das Beispiel einer Führungskraft, deren Ziel es war, eine der weltbesten Fabriken zu erschaffen. Für ihn fängt dies bereits bei der Sauberkeit im Gebäude an. Und da diese doch zu wünschen übrig lies, organisierte er sich einen Mülleimer und sammelte auf seinen täglichen Wegen durch die Fabrik den herumliegenden Müll auf – und das ohne groß darüber zu sprechen. Nach ein paar Wochen bemerkte er, dass er immer weniger Müll auf seinem Weg fand, denn seine Angestellten hatten die Sichtweise übernommen, dass eine weltklasse Fabrik bei der Sauberkeit des Gebäudes beginnt.

 

Nutze deine Vorstellungskraft und schaffe ein gemeinsames Ziel

Je klarer das Ziel, desto einfacher ist es zu erreichen. Und deshalb ist es für eine gute Führungskraft auch extrem wichtig vorauszudenken und nach vor ihr liegenden Möglichkeiten zu suchen.

Das zeigt sich auch in Untersuchungen, die herausgefunden haben, dass drei Viertel der Menschen genau dieses vorausschauende Denken als Kernkompetenz für eine Führungskraft beschreiben.

Aber abgesehen vom vorausschauenden Denken, weisen die Autoren noch auf eine weitere Führungsqualität hin. Es handelt sich nämlich darum, aus der Vision ein gemeinsames Ziel zu erschaffen. Denn nur, wenn sich die Teammitglieder zu etwas zugehörig fühlen, werden sie auch dauerhaft gute Leistungen erbringen können. Und wer an der Zielsetzung mitgewirkt hat, fühlt sich diesem Ziel deutlich mehr verpflichtet.

 

Führungskräfte müssen immer wieder aus ihrer Komfortzone ausbrechen

Es ist ein natürlicher Wunsch, dass wir gerne in unserer Komfortzone bleiben. Aber wer als Führungskraft wahrgenommen werden will, sollte sich immer wieder aktiv aus diesem gemütlichen Umfeld herausbegeben und im unbekannten Umfeld nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Denn oft werden Möglichkeiten nicht ergriffen, weil niemand über mögliche Veränderungen nachdenkt.

 

Achte auf die kleinen Erfolge

Wir setzen uns gerne große Ziele. Doch wer sich nur darauf konzentriert, der muss meist eine lange Durststrecke erleiden, bis er wirkliche Ergebnisse sieht. Aus diesem Grund ist es wichtig sich auch auf die kleinen Erfolge, die auf dem Weg liegen, zu konzentrieren.

Die Autoren verweisen hierbei auf eine Studie der Harvard Business School, die herausfand, dass selbst kleine Erfolge eine enorme Motivationssteigerung nach sich ziehen können. Und deshalb empfehlen sie, dass sich Führungskräfte darauf konzentrieren sollten von einem kleinem Erfolg zum nächsten kleinen Erfolg zu springen und nicht nur auf das eine große (unerreichbare) Ziel in der fernen Zukunft zuzusteuern.

Zudem sollten Führungskräfte die Fehler, die auf diesem Weg gemacht werden, als ganz natürlich anerkennen, denn aus der Innovationsforschung zeige sich, dass ein Erfolg normalerweise nicht aus Erfolgen hervorgeht, sondern aus gemachten Fehlern.

 

Ein sich gegenseitig unterstützendes Team sollte ganz oben auf der Prioritätenliste einer Führungskraft stehen

Der lange Weg zum Ziel und die dabei auftretenden Fehler führen die Autoren zu einem weiteren Punkt, der einer Führungskraft wichtig sein sollte. Es handelt sich um ein gutes, vertrauensvolles Klima innerhalb des Teams, das zu gegenseitiger Unterstützung führt.

Denn die großen Ziele sind niemals von einer Person alleine zu erreichen. Und nur wenn die Teammitglieder sich gegenseitig vertrauen und unterstützen, sind große Ergebnisse zu erreichen. Die Autoren weisen hier auf Studien hin, die zeigen, dass nicht nur die Leistung, sondern auch die Wirtschaftlichkeit von den Unternehmen steigt, in denen ein Vertrauensverhältnis zwischen Führung und Angestellten besteht.

 

Erfolge sollten gefeiert werden

Eng mit dem oben beschriebenen Vertrauen verbunden ist, dass Erfolge von Mitarbeitern auch gewürdigt werden müssen. Denn nichts ist demotivierender, als Führungskräfte, die sich mit den Lorbeeren ihrer Mitarbeiter schmücken.

Eine gute Führungskraft sollte hierbei auch darauf achten, dass Erfolge nicht nur benannt, sondern auch ausreichend gefeiert werden. Die Autoren verweisen hier auf Studien, die zeigen, dass Firmenfeiern Bindungen zwischen den Mitarbeitern stärken und ein Gemeinschaftsgefühl fördern.

Die Autoren betonen hierbei aber auch, dass es sich nicht um große Feiern handeln muss. Auch kleine Aktionen, wie die Abstimmung über den Mitarbeiter des Monats, können sehr wirkungsvoll sein. Wichtig hierbei ist aber, dass es sich nicht um ein einfaches Ritual, sondern um eine ernst gemeinte Aktion zur gegenseitigen Wertschätzung handelt.

 

Fazit: The Leadership Challenge – auf der Suche Regeln guter Führung

Das Buch “The Leadership Challenge*” von Kouzes und Posner – das bisher leider nur auf englisch erschienen ist – begibt sich auf eine sehr interessante Suche nach Regeln guter Führung.

Die Autoren gehen der Frage nach, woran es liegt, dass viele Führungskräfte so schlechte Vorgesetzte sind und warum es manchen Menschen gelingt ihr Umfeld zu Höchstleistungen zu führen.

Die in diesem Buch besprochenen Regeln guter Führung sind zwar allesamt keine bahnbrechenden Neuerungen, aber die Autoren schaffen es durch viele anschauliche Beispiele und den Verweis auf viele Studien ein umfassendes und stimmiges Bild zu zeichnen.

Und da jeder von uns in der einen oder anderen Situation von seinem Umfeld als “Führungskraft” wahrgenommen wird, kann ich nur empfehlen sich diese Regeln der guten Führung genauer anzusehen.


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