Warum viele (Herzens-)Projekte einfach nicht fertig werden

20.09.2017 / Führung, ZieleHinterlasse einen Kommentar

Warum viele (Herzens-)Projekte einfach nicht fertig werden

Leider sehe ich es immer wieder. Bei anderen, aber auch bei mir selbst. An vielen tollen (Herzens-)Projekten wird monate- oder sogar jahrelang gearbeitet. Es wird viel Energie investiert, aber irgendwie wird dieses Projekt nie fertig.

So verschwinden leider viel zu viele Projekte unvollendet in der Schublade, zurück bleibt ein Gefühl des Versagens und letztlich müssen wir alle auf die vielen tollen Ergebnisse dieser Projekte verzichten. Aber woher kommt es, dass viele unserer Herzensprojekte im Sand verlaufen und niemals fertig werden? Und was kannst du dagegen tun, dass dir das nicht mehr passiert?

 

Das 90%-Syndrom

Du startest dein Projekt, planst es eigentlich auch ganz gut durch und beginnst mit der Arbeit. Du kommst gut voran und irgendwann hast du die meiste Arbeit erledigt. Es stehen nur noch wenige Aufgaben und Entscheidungen an, doch kurz vor der Fertigstellung deines Projektes – nach etwa 90% der Arbeit – startet das Kopfkino und du wirst unsicher:

  • Hast du auch wirklich an alles gedacht?
  • Sind deine Ergebnisse gut genug, oder solltest du nicht doch nochmal die eine oder andere Verbesserung vornehmen?
  • Sind die technischen Hilfsmittel auch wirklich passend, oder gibt es nicht doch noch eine bessere Lösung, die du nutzen solltest?

Diese Fragen verleiten dich dazu mehr und mehr Extraschleifen zu drehen und immer wieder hier etwas zu optimieren und dort etwas zu verbessern.

Dieses – auch als 90%-Syndrom bekannte – Problem trifft aber nicht nur dich, sondern auch viele andere Menschen. Auch ich kämpfe immer wieder mit diesem Problem und leider sind nicht wenige meiner eigenen Projekte dadurch mit dem Status “für immer fast fertig” zu den Akten gelegt worden.

Über dieses 90%-Syndrom wird aber leider sehr selten offen geredet. Und gerade in einer Welt in der in den sozialen Medien oft mehr Schein als Sein zählt, gibt es unzählige Beispiele von Menschen, bei denen sich alles so einfach anhört.

Nur bei dir scheint die Straße immer etwas holperiger zu sein und irgendwie ist es immer mehr Arbeit und Anstrengung als bei “den Anderen”. Was wir in solchen Situationen aber erkennen müssen ist, dass sich hinter vielen dieser schnellen “Erfolgsgeschichten” deutlich mehr Arbeit und sicher auch viel mehr Zweifel und Fehlschläge verstecken, als wir üblicherweise gezeigt bekommen.

Wenn du also – wie ich – immer wieder mit dem 90%-Syndrom zu kämpfen hast, dann kann ich dich beruhigen: denn du bist nicht alleine und vielen anderen geht es genauso!

Und zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, um gegen das 90%-Syndrom zu kämpfen. Meine Top 4 habe ich dir hier aufgeschrieben:

 

Reflektiere, was in deinem Kopf gerade passiert

Das 90%-Syndrom tritt bevorzugt bei Projekten auf, die uns sehr am Herzen liegen und bei denen wir uns zudem auf neues Gebiet vorwagen. Wir verlassen unsere Komfortzone und wollen uns auf keinen Fall vor anderen blamieren. Im Gegenteil, wir wollen ein richtig gutes Ergebnis abliefern und möglichst von anderen dafür gelobt werden und Anerkennung bekommen. Dass wir vor diesem Hintergrund – kurz vor Projektende – eine Art Lampenfieber bekommen, ist nur allzu verständlich.

Wenn du dir aber klar machst, dass deine Ängste und Sorgen in dieser Projektphase eine Art Lampenfieber sind, dann erkennst du auch, dass der Grund für die bohrenden Fragen wie “Ist mein Ergebnis gut genug, oder sollte ich nochmal etwas verbessern?” nicht wirklich auf mangelnder Qualität deiner Ergebnisse basiert. Vielmehr ist es ein hinterhältiger und leider oft erfolgreicher Versuch deines Gehirns, durch die eine oder andere Extrarunde, deinen großen Auftritt möglichst lange hinauszuzögern – manchmal dann auch für immer!

Das beste Gegenmittel ist hier also auf dich selbst und deine Arbeit zu vertrauen und das Projekt zu beenden – auch wenn es noch so schwer fällt. Und wenn die Ergebnisse am Anfang nicht perfekt sind, kannst du in den allermeisten Fällen später noch Verbesserungen vornehmen. Und “fast perfekt aber fertig” ist immer besser als “auf dem Weg zur Perfektion unfertig geblieben”!

 

Setze deinem Projekt einen Endpunkt

Bei vielen unserer Herzensprojekte setzen wir kein fixes Enddatum, an dem wir fertig sein müssen. Natürlich haben wir einen Zeitrahmen im Kopf, aber wenn wir ihn nicht einhalten, ist das nicht so schlimm, wie wenn wir einen externen Auftraggeber hätten.

Aus diesem Grund solltest du darauf achten, dass du nicht den Fehler machst und kein fixes Enddatum bestimmst. Denn damit öffnest du der oben beschriebenen Lampenfieber-Verzögerungstaktik in deinem Kopf Tür und Tor. Setze dir also ein fixes Projektende und kommuniziere es am Besten auch an Personen in deinem Umfeld. So wirst du “gezwungen” zum Ende zu kommen und irgendwann hast du einfach keine Zeit mehr für eine weitere (unnötige) Detailverbesserung.

 

Hol dir Feedback von Menschen, die dein Projekt verstehen

Eine weitere sehr gut funktionierende Möglichkeit das Lampenfieber zu bekämpfen ist es, eine Art Generalprobe durchzuführen. Suche dir also am Besten Menschen aus deinem Umfeld (oder wenn möglich sogar zukünftige Kunden) und zeige ihnen den Inhalt und den Fortschritt deines Projektes.

Bei der Zusammensetzung dieses Generalproben-Publikums solltest du gut auswählen. Suche nach Menschen, die das Thema um das sich dein Projekt dreht, kennen und auch bewerten können. Deine Mutter oder eine gute Freundin werden dich wahrscheinlich zwar loben, wenn sie aber inhaltlich keine Bewertung vornehmen können, hilft es dir letztlich nicht weiter.
Wenn du mögliche Kunden in dein Generalproben-Publikum aufnimmst, dann mache ihnen klar, dass das Projekt noch nicht fertig ist und du mit ihren Rückmeldungen deinem Ergebnis den letzten Schliff verpassen willst. Solchen Testkunden kannst du natürlich immer auch einen größeren Rabatt für ihre Hilfe einräumen.

 

Umgib dich mit positiven Menschen

Leider gibt es viele Menschen, die neue Ideen zuerst einmal mit Argwohn betrachten. Es sind Aussagen zu hören, wie “Das wird doch eh nichts!” und falls du es doch versuchst und es nicht so läuft, wie gewünscht, dann hörst du: “Habe ich es dir doch gleich gesagt!”

Dieses Verhalten wird auch als Krabbenkorb-Effekt bezeichnet und wenn du dich mit solchen Menschen umgibst, nähren sie nur die oben beschriebenen Stimmen in deinem Kopf und behindern dich beim Umsetzen deiner Herzensprojekte.

Aus diesem Grund solltest du auch darauf achten, wen du um dich scharst. Ich bin in den letzten Jahren dazu übergegangen – wenn möglich – mich konsequent von solchen Personen zu trennen und mich eher mit positiv gestimmten und motivierenden Menschen zu umgeben. Zwar bleibt dann immer noch der Zweifler in mir, aber zumindest bekommt er immer weniger Futter von außen.

 

Du siehst also, dass du nicht der einzige bist, der unter dem 90%-Syndrom leidet! Und ich hoffe ich konnte dir zum einen Mut machen und zum anderen ein paar hilfreiche Tipps zur Überwindung deines Herzensprojekt-Lampenfiebers geben. Hast du noch weitere tolle Tipps, die bei dir funktionieren, dann lass und doch daran teilhaben und schreibe einen Kommentar! Ich freue mich von dir zu hören!


Hol dir jetzt gratis die Anleitung "Vom Problem zur Lösung in 4 Schritten" und starte noch heute damit deine Projekte mit weniger Stress erfolgreicher zu leiten!


Deine Daten werden NIEMALS an Dritte weitergegeben und du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.