Orientierung in deinem Projekt: In 5 Schritten zur Result Chain

05.11.2014 / Prioritäten, ZieleHinterlasse einen Kommentar

Letzte Woche habe ich dir gezeigt, wie du einen LogFrame für deine Projekte erstellen kannst. Diese Woche geht es um ein weiteres PlanungsTool: die sogenannte Result Chain, mit der du den Weg deines Projektes detailliert planen, überwachen und somit auch richtig steuern kannst!

 

Was ist der Unterschied zwischen einem LogFrame und einer Result Chain?

Ein LogFrame ist eine Überblicks-Matrix für ein Projekt oder ein Programm, welche die verschiedenen Interventionen (mit ihren Aktivitäten, Ergebnissen, Zielen und Wirkungen) zusammenfasst. Es wird also nicht alles bis in die Details aufgelistet. Aus diesem Grund bietet ein LogFrame eher einen Überblick über ein (komplexes) Projekt oder Programm. Mehr Informationen zum LogFrame findest du hier!

Ein LogFrame ist wie eine Karte, die dir einen Überblick über ein ganzes Land ermöglicht.
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Eine Result Chain hingegen geht viel mehr ins Detail und listet die Aktivitäten, Wirkungen und Teilwirkungen, etc. ganz genau auf und stellt eine logische Verbindung zwischen ihnen her.

Eine Result Chain ist wie ein Routenplan, der dir den genauen Weg von A nach B zeigt!
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Der Unterschied zwischen LogFrame und Result Chain:

LogFrame vs. Result Chain

Damit bieten sich Result Chains für das alltägliche Projektmanagement (und hier vor allem für die Projektsteuerung) an, denn mit ihr kannst du detailliert die Projektfortschritte verfolgen!

Zusammenfassend kann man sagen:
Die Result Chain ist also ein visuelles Tool, das die logische Reihenfolge der Aktivitäten, Ergebnisse und Ziele aufzeigt und die Frage klärt „Zu welchem Ergebnis führen meine Aktivitäten und wie führt das wiederum zu meinen Projektzielen?“

Aus diesem Grund solltest du auch für jede Intervention eine eigene Result Chain erstellen (d.h. ein Projekt kann je nach Umfang auch mehrere Result Chains umfassen).

Schematische Darstellung einer Result Chain:

ResultChain - Overview

 

Wie erstellt man eine Result Chain?

Ganz wichtig ist, dass das Erstellen einer Result Chain im Team deutlich schneller, leichter und besser geht. Denn wenn du alleine in deinem Büro sitzt kannst du nicht von den verschiedenen Blickwinkel und Fragen deiner Teammitglieder profitieren! Gerade bei der Erarbeitung einer Result Chain zeigt sich dies immer wieder deutlich!

 

SCHRITT 1 – AUSFÜHRLICHE ANALYSE

Eine genaue Analyse des Projektumfeldes ist die erste und zugleich wichtigste Voraussetzung für eine Result Chain! Nur, wenn du genaue Kenntnis der Situation und der Probleme hast, kannst du mit dem Entwurf einer guten Result Chain beginnen. Umgekehrt gilt: Je mehr Lücken in deiner Analyse bestehen, desto schwieriger wird es dir fallen die logische Abfolge der Wirkungen auch klar aufzuzeigen (d.h. die Frage zu beantworten: „wie führen meine Aktivitäten Schritt für Schritt zum gewünschten Ziel“).

Fragen, die du dir bei deiner Analyse stellen könntest sind u.a.:

  • Mit welchem Problem ist deine Zielgruppe konfrontiert?
  • Welche Akteure sind in diesem Bereich vorhanden?
  • Warum lösen diese Akteure das Problem nicht selbst?
  • Welche Anreize könnte es geben, dass die Akture das Problem lösen?
  • Wie kann das Projekt bei der Problemlösung helfen?
  • Welches Ergebnis hätten die Projektaktivitäten?

 

SCHRITT 2 – NOTIERE DIE HAUPTAKTIVITÄTEN

Nun solltest du deine Hauptaktivitäten aufschreiben und dir überlegen, warum sie für die Zielerreichung notwendig sind. Außerdem solltest du sie zueinander in Beziehung setzen.

Hier stellen sich u.a. Fragen, wie:

  • ABHÄNGIGKEIT: Führt Aktivität A zu Aktivität B oder laufen diese parallel ab?
  • AKTEUR(E): Zielen diese Aktivitäten alle auf den gleichen Akteur (z.B. eine Bauern-Kooperative, Saatgutverkäufer, etc.) oder habe ich verschiedene Ziel-Akteure?
  • VERÄNDERUNG(EN): Sollen diese Aktivitäten alle eine bestimmte Änderung hervorrufen, oder sollen verschiedene Aktivitäten auch verschiedene Änderungen hervorrufen?
Vom Ziel zur Aktivität geht auch!
Manchmal kann es aber auch Sinnvoll sein den umgekehrten Weg zu gehen, d.h. das/die Ziel(e) aufzulisten und dann zu überlegen, welche Aktivitäten nötig sind, um diese Ziele zu erreichen!

Eine Result Chain muss nicht jedes Detail der Aktivitäten beinhalten. Auf der Aktivitäten-Ebene ist es aber wichtig, dass auf jeden Fall die Schlüsselaktivitäten aufgelistet sind!

 

SCHRITT 3 – BESCHREIBE DIE WICHTIGSTEN (DIREKTEN) VERÄNDERUNGEN (OUTPUT)

Nun musst du für jede wichtige Veränderung eine (in diesem Beispiel grüne) Box erstellen.

Hier ist es wichtig, dass du ALLE wichtigen Veränderungen auflistest. Nur wenn du hier detailliert genug planst, wirst du bei einer späteren Formulierung der Indikatoren – und damit auch bei der Steuerung des Projektes – „leichtes Spiel“ haben. Außerdem ist eine aussagekräftige und zielgerichtete Beschriftung der Box wichtig! Was das bedeutet siehst du hier:

Eine Box mit der Aufschrift „Workshop zu verbesserten Anbaumethoden durchgeführt“ ist wahrscheinlich (a) nicht detailliert genug und (b) nicht wirklich ausreichend gut formuliert. Besser wäre es, wenn du diese eine Box in drei einzelne und aufeinander folgende Boxen aufteilen würdest:

  • Bauern in verbesserten Anbaumethoden geschult
  • Bauern haben den Schulungsinhalt verstanden
  • Bauern wollen die neuen Methoden anwenden

Der Vorteil bei dieser detaillierten Aufteilung ist, dass du (1) die wichtigen Veränderungen ausdrücklich benennst (und sie nicht implizierst) und (2) später nachverfolgen kannst, ob diese Änderungen auch wirklich eintreten.

Außerdem kannst du so auch herausfinden, wo die Probleme liegen, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Denn wenn beispielsweise die Teilnehmer die Trainingsinhalte nicht umsetzen, dann kann es u.a. daran liegen, dass sie diese einfach nicht verstanden haben (Konsequenz = Trainings verbessern!), oder dass sie diese zwar verstanden haben, sie aber nicht anwenden wollen (Konsequenz = Nach den tiefer liegenden Ursachen suchen). Je nachdem, wo das Problem liegt, bedarf es also einer anderen Reaktion und diese findest du einfacher, wenn du die verschiedenen wichtigen Veränderungen auch ausdrücklich auflistest!

Auf dieser Ebene des Outputs liegt auch meistens das BusinessModel, das über die Nachhaltigkeit deiner Intervention entscheidet! Nur, wenn dieses BusinessModell in sich stimmig ist, wird es später auch ohne die Unterstützung des Projekte weiter bestehen können.

Wenn du also beispielsweise ein Training für Saatguthändler durchführst, die später als Multiplikatoren ihr Wissen über die neuen Anbaumethoden (kostenlos) an ihre Kunden (die Bauern) weitergeben sollen, dann brauchen diese Saatguthändler natürlich einen Anreiz, warum sie diesen „embedded service“ (also die Weitergabe des Wissens beim Verkauf von Saatgut) leisten sollen. Hier könnte ein Anreiz beispielsweise sein, dass die Bauern mit ihrem Wissen mehr Ertrag haben, dadurch mehr Geld verdienen und deshalb ihre Anbaufläche erweitern können. Folglich benötigen sie dann auch mehr Saatgut und so profitiert letztendlich auch der Saatguthändler.

 

SCHRITT 4 – BESCHREIBE DIE WICHTIGEN MITTELFRISTIGEN (!) VERÄNDERUNGEN (OUTCOME)

Nachdem du im dritten Schritt die direkten Veränderungen beschrieben hast, geht es nun daran die mittelfristigen Veränderungen (bei deiner Zielgruppe) zu beschreiben.

Wenn wir bei dem Saatgutbeispiel bleiben, dann könnten die Boxen folgendermaßen aussehen:

  • Bauern wenden das neue Wissen an
  • Bauern steigern ihre Produktivität
  • Bauern verkaufen mehr Produkte
  • Bauern vergrößern ihre Anbauflächen

 

SCHRITT 5 – BESCHREIBE DIE VERÄNDERUNGEN AUF DER ZIEL-EBENE

Der fünfte und letzte Schritt dreht sich um die Veränderungen auf der Ziel-Ebene. Je nachdem, in welchem Kontext deine Intervention stattfindet, kannst du auch hier mehrere Boxen haben.

Beispiele hierfür wären u.a.:

  • Bauern haben ein gesteigertes Einkommen (durch Verkauf ihrer Produkte)
  • Bauern stellen mehr Personen ein (um die größere Anbaufläche zu bewirtschaften)

 

Die Result Chain als „lebendiges“ Dokument

Wie bei vielen anderen Planungsdokumenten auch, bringt es nicht viel, wenn sie einmal erstellt werden und dann in der Schublade verschwinden! Aus diesem Grund solltest du deine Result Chain(s) regelmäßig überprüfen.

Hierbei solltest du dich u.a. fragen:

  • Hat sich das Projektumfeld geändert?
  • Versuchst du noch immer die gleichen Ziele zu erreichen?
  • Sind die Änderungen dort eingetroffen, wo du sie erwartet hast?
  • Wenn nicht, warum? (Muss evtl. die Logik der Intervention angepasst werden?)

Zudem solltest du darauf achten, dass möglichst viele Projektmitarbeiter die Result Chain kennen und auch verstehen und sie bei der Planung und Umsetzung der Aktivitäten als Entscheidungsgrundlage heranziehen!

 

STARK VEREINFACHTES BEISPIEL EINER RESULT CHAIN:

Das oben verwendete Beispiel einer Intervention im Bereich „Training von Bauern in neuen Anbaumethoden“ ist hier nochmal in einer – stark vereinfachten – Result Chain dargestellt. Ein „echtes“ Projekt wäre wahrscheinlich deutlich komplexer, du würdest mehr logische Zwischenschritte (d.h. Boxen) benötigen und außerdem sollten noch indirekte Wirkungen beachtet werden, aber ich hoffe dieses Bild gibt dir trotzdem eine Vorstellung, wie eine „fertige“ Result Chain aussehen könnte…

RC_Full

 

 

Hast du selbst schon Erfahrungen und Tipps zur Arbeit mit Result Chains? Oder ist dir etwas noch nicht ganz klar? Dann freue ich mich immer über deinen Kommentar!

Bildquelle (Titelbild): Hilary Clarcq (http://hilaryclarcq.com)


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