Ist Zenkit das bessere Trello? (Projektmanagement-Tool mit frischen Ideen)

07.02.2018 / Agiles Projektmanagement, Tooltipp8 Kommentare

Zenkit - das bessere Trello

Der Markt für Projektmanagement-Tools, Aufgabenverwaltungen und Kollaborations-Plattformen ist groß und leider auch sehr unübersichtlich. Du kannst dich – um nur einige mögliche Optionen zu nennen – beispielsweise zwischen Trello, Asana, Todoist, To-Do oder Agantty entscheiden.

Jedes dieser Tools hat natürlich seine eigenen Vor- und Nachteile und hat sich auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet spezialisiert. So ist Trello beispielsweise einer der Platzhirsche, wenn es um agiles Projektmanagement geht.

Was aber tun, wenn ich die Aufteilung in Boards nur in einigen Projekten nutzen will? Was, wenn ich in einem anderen Projekt meine Aufgaben als “einfache” ToDo-Liste verwalten will? Muss ich dann mehrere Tools verwenden? Und was ist, wenn ich in einem Projekt zwischen verschiedenen Darstellungen hin und her wechseln will?

Hier kommt Zenkit ins Spiel. Denn es scheint so als hätten sich die in Karlsruhe ansässigen Entwickler von Zenkit genau diese Fragen auch gestellt – und eine überzeugende Lösung gefunden.

 

Ist Zenkit einfach eine schönere Version von Trello?

Für mich ist das Design ja immer ein wichtiges Argument für oder gegen eine Aufgabenverwaltung. Denn wenn ich mich in der Benutzeroberfläche nicht wohl fühle, dann werde ich – auf lange Sicht – auch nicht wirklich gerne mit diesem Tool arbeiten.

Als ich mich das erste mal bei Zenkit angemeldet habe, ist mir sofort das schöne und minimalistische Design aufgefallen. Es scheint alles auf Übersichtlichkeit und Produktivität abgestimmt zu sein. Die Benutzeroberfläche ist mit viel Weiß und klaren Linien gestaltet. Wie ich finde sehr gut gelungen!

Zenkit - das schönere Trello

Auf den ersten Blick scheint Zenkit also eine schönere und modernere Version von Trello zu sein. Wenn das aber schon alles wäre, dann wäre das auf einem so umkämpften Markt sicherlich nicht genug. Im Folgenden zeige ich dir deshalb, welche Funktionen zu meinen Top 3 gehören und Zenkit für mich so interessant machen:

 

Das macht Zenkit so interessant (Top 3)

1) Gruppierung des Kanban Boards ändern
In Zenkit kannst du – wie bei Trello auch – deinen Aufgaben sogenannte Labels zuweisen. Beispiele hierfür sind der Status (ToDo | In Progress | Done) oder die Priorität (Low | Middle | High).

Das tolle ist aber, dass du in Zenkit mehrere Labels vergeben kannst und zudem in der Wahl dieser Labels völlig frei bist. D.h. du musst dich nicht zwischen Status oder Priorität entscheiden, sondern kannst beide zeitgleich nutzen. Zudem kannst du weitere eigene Labels völlig frei definieren.

Und was noch viel besser ist, ist dass du dein Kanban Board anhand dieser Labels gruppieren kannst. Hier siehst du beispielsweise, wie ich zwischen der Gruppierung nach Status und nach Priorität hin und her wechsele:

Zenkit - Kanban Board nach Labels sortieren

 

 

2) Ansichten wechseln
Eine weiteres tolles Feature in Zenkit ist, dass ich nicht auf die Arbeit mit dem Kanban Board limitiert bin. Denn – wie oben bereits beschrieben – möchte ich manchmal meine Aufgaben lieber als klassische Liste, als Tabelle, in einer Kalender-Ansicht, oder sogar als Mindmap angezeigt bekommen.

Das alles ist mit Zenkit möglich und das Wechseln der Ansichten ist für mich eine der interessantesten Funktionen, die mir viel Freiheit in meiner Arbeit ermöglicht.

Hier siehst du, wie leicht es ist zwischen den Ansichten: Kanban, Liste und Tabelle zu wechseln:

Zenkit - Wechseln der Ansichten

 

 

3) Daten aggregieren und mit Formeln rechnen
Auch das Aggregieren von Zahlenfeldern sowie die Möglichkeit verschiedene Zahlenfelder zu berechnen, ist eine meiner Top-Funktionen in Zenkit.

Schauen wir uns zuerst das Agreggieren von Zahlenfeldern an: Wenn ich beispielsweise einen Sprint plane, dann will ich schnell und einfach sehen, wie viel Arbeitsaufwand die bisher für diesen Sprint geplanten Aufgaben haben.

In Zenkit ist das einfach, weil ich beispielsweise im Kanban Board die Aufwände summieren lassen kann. Hierzu muss ich einfach in der Spaltenüberschrift von “Anzahl” (Count) auf “Aufwand” (Duration) umstellen und schon sehe ich den Gesamtaufwand für die jeweilige Spalte:

Zenkit - Aggregieren von Aufwänden

 

Damit aber noch nicht genug, denn Zenkit macht es mir zudem möglich, verschiedene Nummern-Felder mit Formeln zu kombinieren und so sehr hilfreiche Berechnungen anzustellen. So kann ich beispielsweise die Felder “Aufwand” und “Kosten (pro Stunde)” miteinander multiplizieren und mir so die Kosten für jede Aufgabe (und über das Aggregieren auch die Gesamtkosten für das Projekt) anzeigen lassen:

Zenkit - Formeln

 

Fazit: Zenkit – ein Projektmanagement-Tool mit frischen Ideen

Wie du siehst, ist Zenkit nicht einfach nur ein schöneres Trello. Die von mir beschriebenen Funktionen machen das Tool sehr flexibel und an deine jeweiligen Anforderungen anpassbar. Und natürlich konnte dieser Artikel nur einen kleinen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten von Zenkit geben.

Wenn du jetzt also Lust auf mehr bekommen hast, dann probiere Zenkit doch einfach mal aus. Für kleine Teams (bis 5 Mitglieder) ist das Tool sogar kostenlos (und mit nur wenigen Einschränkungen nutzbar).

Und wenn du bereits Erfahrungen mit Zenkit gemacht hast, dann würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen!


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8 Kommentare zu “Ist Zenkit das bessere Trello? (Projektmanagement-Tool mit frischen Ideen)”

  1. Ich habe Zenkit bereits einige Wochen genutzt und habe eine regelrechte Entscheidungsparalyse. Grundsätzlich fände ich ein Programm schön, dass mir meine (umfangreichen) Projekte auch visualisiert. Ich finde Zenkits Ansätze da ziemlich spannend, vor allem auch die Mind-Map und den Kalender, der ein gute Planungsübersicht ermöglicht.

    Aktuell komme ich trotzdem nicht von Todoist weg. Auch wenn mir hier absolut die Visualisierung fehlt, will ich keine 2 Tools für meine Organisation nutzen, und da fehlt mir bei Zenkit aktuell noch die „usability“. Lege ich zB für Tasks eine Checkliste an, oder einen eigenen Task? Dann wird es bei mehreren großen Projekten schnell unübersichtlich – zumindest habe ich da noch keine Lösung gefunden, wie ich es anders darstelle.

    Aber Zenkit hat definitv Potenzial und ich „spiele“ immer mal wieder damit herum, um nicht vielleicht doch noch einen Weg zu finden, der gut passt. Vielleicht kommt das ja noch – aber das Gleiche mache ich auch mit Meistertask – vielleicht gewinnt Todoist am Ende immer, weil es einfach am intuitivsten ist.

    Lieben Gruß

    Bruno

    1. Hallo Bruno,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja, ich kenne das Gefühl. Ich komme bisher auch nicht von Todoist los. Und eigentlich will ich das – zumindest für meine privaten Projekte auch gar nicht. Denn hier ist Todoist für mich noch immer das beste System. In beruflichen Projekten reicht mir Todoist aber nicht aus. Und hier könnte Zenkit schon eine Lösung sein. Auch wenn das System noch einige Funktionen braucht (u.a. eine Offline-Funktion, aber die soll ja bald kommen).

      Letztlich glaube ich, dass man nicht drum herum kommt mehrere Tools zu nutzen: je nach Kontext (beruflich/privat) und/oder der Art und Komplexität der Projekte.

      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg bei deinen Projekten!
      Fabian

      PS: Und wenn du das „Eierlegende-Woll-Milch-Sau“-Tool findest, dann lass es mich bitte wissen 🙂

  2. Danke, interessantes Tool mit erstaunlich viel intelligenten Zusätzen. Ich bin trello-süchtig (seit Jahren) und offenbar sehr konservativ: ich mag gar nicht umsteigen. Todoist habe ich noch nicht ausprobiert. Ist trello nicht noch immer die Nummer 1?

    1. Hallo Christian,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Dass du nicht umsteigen willst verstehe ich gut. Denn für jedes neue Tool muss man ja auch seinen Workflow etwas anpassen; auch wenn das Tool auf längere Sicht Vorteile bietet, ist es zuerst eine zeitliche Investition nötig.

      Bzgl. Trello stimme ich dir auch zu: wenn es um agiles Projektmanagement geht, dann ist Trello sicherlich noch immer einer der Platzhirsche. Todoist ist fürs Agile auch weniger gut geeignet. Es ist eher eine klassische Todo-Liste, mit vielen tollen Funktionen. Vor allem das automatische Erkennen von Datumsangaben, etc. macht das Eingeben von Tasks super schnell und einfach. Für mich ist es daher – zumindest im Privaten – derzeit die beste Todo-App.

      Viele Grüße und erfolgreiche Projekte!
      Fabian

  3. Hallo zusammen,

    mir geht es genauso wie Bruno – ich nutze seit Jahren ToDoist.

    Ich sehe es so: für alltägliche berufliche Aufgaben, die aber einer gewissen Planung bedürfen, werde ich weiter TD nutzen.
    Da stehen dann Anrufe, Überweisungen, Rechnungen schreiben, etc. drin.
    Riesenplus bei TD: keine Zettelwirtschaft auf dem Schreibtisch, E-Mails aus Outlook direkt in Aufgaben umwandeln.
    Nachteil: Aufgaben können nicht mehreren als gemeinsame Aufgaben zugewiesen werden.

    Für Projekte wie produktbezogene Kundenaktionen, Veranstaltungen nutze ich bisher Meistertask, werde aber Zenkit mal ausprobieren.

    Schau´n wir ´mal, viele Grüße
    Mathias

    1. Hallo Mathias,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Auch ich bin bisher bei Todoist geblieben. Bisher u.a. aus Bequemlichkeit und weil alle anderen Tools neben tollen Funktionen auch Nachteile für mich bringen würden.
      Aber in Zenkit sehe ich ein Tool heranwachsen, das für viele eine gute Wahl sein könnte. Und evtl. wechsel ich auch irgendwann ganz…
      Viele Grüße und erfolgreiche Projekte! Fabian

      PS: seit einigen Wochen gibt es Zenkit auch in anderen Sprachen (u.a. auch auf Deutsch).

  4. Die angesprochene eierlegende Wollmilchsau wird es wohl nie geben.

    Ich benutze aktuell meist Todoist, v.a. für meine privaten Aufgaben. Die wiederkehrenden Termine, einfache Darstellung und Handhabung sind schon sehr gut. Wobei ich immer wieder auf Projekte stoße, die ich lieber in einer übersichtlicheren Darstellung hätte und somit anfange „auszulagern“. In diesem Zuge habe ich bereits Trello, Meistertask, Kanbanflow und Zenkit ausprobiert. Aktuell finde ich für mich unterm Strich Zenkit am interessantesten. Jeder Teilnehmer hat so seine Stärken und Schwächen und das ist auch gut so. Welche davon zu einem passen, kommt auf die jeweilige Nutzung sowie die Bedürfnisse an.

    Beruflich nutzen wir in meiner Firma/Abteilung Atlassian Jira (mit Anbindung an Confluence). Für die Privatanwendung gnadenlos oversized. Trello gehört seit einigen Monaten (Ende 2017?) zu Atlassian. Was genau die damit machen wollen, ist noch nicht so bekannt (oder ich habe es nicht mehr mitbekommen). Die Theorie ging dahin, dass es „unterhalb“ von Jira angesiedelt werden soll, also für die Bedürfnisse, die noch kein Jira benötigen. Jira kostet ja eine Kleinigkeit.

    Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Suche und v.a. beim Finden einer für ihn selbst passenden Lösung!

    1. Hallo Kai,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht!

      Und ja: Jira in Verbindung mit Confluence ist schon ein krasses Tool. Wenn es sich ein Projekt leisten kann (nicht nur monetär, sondern inkl. Einführung, Schulung und Aufstellen von Regeln zur Nutzung, etc.), dann kann man damit sicher sehr, sehr viel erreichen. Und gerade in Unternehmen – wo ja viele Menschen mit verschiedenen Anforderungen arbeiten – kann Jira ein Weg sein, möglichst vielen Menschen ihre Anforderungen zu erfüllen, OHNE dass man dafür mit X verschiedenen Tools arbeiten muss.

      An deinen Wunsch, dass möglichst jeder für sich die passende Lösung finden mag, schließe ich mich gerne an! 🙂

      Vielen Dank, viele Grüße und erfolgreiche Projekte! Fabian

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